Das Projekt Ait Khozema

Der österreichische Teppichwissenschafter Professor Wilfried Stanzer, ICOC-Präsident (International Conference on Oriental Carpets) und Träger des Ordens „Offizier der königlichen Reiterei”, organisierte 1995 in Marrakesch eine ICOC Teppichkonferenz, dabei erörterten international bedeutende Fachleute unter anderem das Thema: “Probleme des Teppichhandels und Lösungsvorschläge”.

05_amassinDas Resultat dieser Fachgespräche ist das Pilotprojekt “Ait Khozema”:
Dem zur lieblosen Massenware verkommenden Orientteppich werden über äußere Werte – wie besondere Bergschafwolle aus aridem Gebiet, chemiefreie und rein händische Wollaufbereitung, Naturfarben, lebendige Musterführung schöpfend aus der modernen Gestaltungskraft marokkanischer Kulturvielfalt – die inneren Werte wiedergegeben.

01_amassin_itselfIm Stammesgebiet der Ait Khozema (Lavendel-Stamm) wird in einem auf 2.000 m Seehöhe gelegenem Dorf jenseits des Hohen Atlas dieses besondere Vorhaben schonender Rückbesinnung umgesetzt. Traditionelle Handwerkskunst hatte den Dorfbewohnern trotz Bevölkerungszuwachs das Verbleiben in ihrer kargen Heimat am Rande der Sahara ermöglicht. Nach Jahrzehnten der Verflachung von Materialqualität und Vernachlässigung künstlerischer Schaffenskraft drohte dem gesamten Stamm Landflucht, ausgelöst durch wirtschaftlichen Niedergang.

16_koenigDie Wiederentdeckung alter Werte in einem kulturadäquaten Umfeld haucht den Ait Khozema-Teppichen Seele ein. Diese Kunstwerke vermitteln die prickelnde Faszination alter Orientteppiche, weshalb französische Modeschöpfer und selbst das marokkanische Königshaus dem Reiz der Ait Khozema-Teppiche verfielen. Der Arbeitsaufwand erhöht sich auf das Vierfache und die Kosten verteuern sich bei dieser aufwändigen Arbeitweise. Zum Beispiel benötigt man durch besondere Wollauslese für einen Quadratmeter-Teppich das Vlies von fünfundzwanzig Schafen. Wer aber je barfuß über diese Teppiche wandelde, spürt und anerkennt den Wert von Qualität. Die frische und doch harmonische Leuchtkraft der Naturfarben verblüfft selbst Fachleute.

08_einigeDer von städtischen Zutaten bereinigte archaische Musterschatz marokkanischer Stämme verfehlt seine Wirkung auch auf junge Menschen nicht – ein beachtlicher Anteil der bisherigen Käufer oder Empfänger der Ait Khozema-Teppich ist unter fünfundzwanzig Jahren. Die moderne Malerei schöpfte ja schon im ersten Quartal des 20.Jh. aus dem Farb- und Musterrepertoire Nordafrikas.

Das Pilotprojekt “Ait Khozema-Teppiche” entstand unter der Schirmherrschaft des marokkanischen Ministeriums für Industrie und Handwerkskunst. Mittlerweile ist das Selbsthilfe-Projekt unter der fachlichen Aufsicht von W.Stanzer herangereift und wird nun weltumspannend von einigen auserlesenen europäischen Galerien getragen.

Ausstellung Lieboch 28.11.-1.12. und 6.12.-8.12. 2019

Teppichwissenschaftler Prof. Wilfried Stanzer, Lieboch, präsentiert:
„MUSEUM TRÄGT BUNT – MAROKKO GEKNÜPFT“

Fr bis So, 29. Nov. – 1. Dez. und 6. – 8. Dez. 2019, 11 – 18 Uhr,

TEML Technisches EisenbahnMuseum LIEBOCH
A-8501 Lieboch, Bahnhofstraße 8

Unter Mitwirkung der Mobilen Galerie Kunststücke – Viktoria ZÖHRER VOGT
Roswitha ALDRIAN: Keramik mit Charme
Günter EISENHUT: Bilder aus Ex-Galerie Remixx Eisenhut
Ranveig HALSNES: Aquarell, Acryl & Textiles
Katrin RAUSCH: Hutrausch
Veronika SNOBE: Malerei
Franz WIESER: Metallgestaltung
TEPPICHKUNST – PROJEKT AIT KHOZEMA

Eröffnung: Donnerstag, 28. November, 18.30 Uhr
marokkanischer Kräutertee – steirischer Biowein vom Weingut Menhard

19:15 Uhr: „LUISA CELENTANO und die ITALO-CONNECTION“
Die gebürtige Italienerin mit familiär geprägt begnadeter Stimme voll Erotik und sensitiver Finesse kreiert mit Samuele VIVIAN, Gitarre & Vokal, und
Alberto LOVISON, Bass, eine besondere Atmosphäre in Jazz, Soul und Pop.

Samstag, 30. November, 18 Uhr: „AUGENBLICKE“
Reise-Bilder-Show von Karl LUEGER, Nomade auf Zeit

Samstag, 7. Dezember, 17 Uhr
Bilder-Show W. STANZER: „Mein Nomadenleben 2019 – HIER und in der FERNE“,  anschließend: „Vorsprung der Rückständigen“, Fernsehdoku 1978, W. Stanzer

Weitere Details: Ausstellung Lieboch 2019 (pdf)

Ausstellung Kapfenstein 2019 – 12.10. – 3.11.

Wir sind da: Sa.–Mo: 12.–14. Oktober,
Do-Mo: 17.–21. Oktober, Do–Mo: 24.–28. Oktober,
Do–So: 31. Oktober–3. November
jeweils von 10 bis 18 Uhr durchgehend
Viktoria Zöhrer-Vogt Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Weitere Informationen im .pdf:

Ausstellung Kapfenstein

Ausstellung Kapfenstein – 6.-31. Oktober 2018

Eröffnung: 6. Oktober, 17 Uhr
bei Wein, marokkanischem Kräutertee, Gazellenhörnchen

18 Uhr „Kreuzkümmelduft liegt in der Luft“
MAROKKO – Ein Land für alle Sinne, Ostern 2018,
Bildershow von Heidemarie Strasser, 40 min

Wir sind da:
Sa-Mo: 6.-8. Oktober
Fr-Mo: 12.-15. Oktober
Fr-Mo: 19.-22.Oktober
Fr-Mi: 26.-31. Oktober
jeweils von 10 bis 18 Uhr durchgehend

…und nach telefonischer Vereinbarung.

Weitere Details in der Einladung:
PDF: Ausstellung Kapfenstein 2018 Mail-Einladung

Galerie

„Museum trägt bunt“ – Eindrücke aus Lieboch 2016

Diese Galerie enthält 19 Fotos.

Fotos (c) Andrea Sturm & Lucas-Michael Kopecky. Noch mehr Bilder gibt es auf Flickr.

Ausstellungen 2016/2017

15. – 31. Oktober: Langer Keller, Kapfenstein

18. – 20. & 25. – 27. November 2016:  Eisenbahnmuseum, Lieboch

27. – 28. Jänner 2017: Ökopark Hartberg

Öffnungszeiten, Vorträge und weitere Details in den folgenden .pdfs:

2016-Ausstellungen

Ausstellungen 2015/16: Kapfenstein, Lieboch, und mehr!

10. 10. bis 1. 11. 2015: Schlossweingut Winkler-Hermaden, Langer Keller, Kapfenstein

Einladung Kapfenstein 2015

Samstag, 24. Oktober, 18 Uhr: Margot und Georg Winkler-Hermaden zeigen die Bilder der Reise durch Marokko mit ihren Freunden im  April 2015: „Wilfried´s Marokko“, eine Mischung aus
Luxus und Abenteuer.

Samstag, 31. Oktober, 18 Uhr: „Marokko: Der geheime Schatz des Atlasgebirges“ Präsentation der TV-Dokumentation von Marion Mayer-Hohdal, 30 min. Entstanden im September 2013.

Weitere Termine für 2015/2016:

20.-22. und 27.-29. Nov. 2015:  8501 Lieboch, im „teml“ (Eisenbahnmuseum):
Eröffnung: Donnerstag, 19. Nov. 18.30 Uhr: Diashow und südamerikanisches Gitarrenspiel von David Siedl

29./30. Jänner 2016: 8230 Hartberg-Ökopark, Kinofoyer Maxoom
Teppichausstellung im Rahmen des Dia-Festivals von Karl Lueger „Nomade auf Zeit“.

 19. Jänner bis 1. Februar 2016: Gemeinschaftsausstellung in Freising (Bayern)

Mitte Juli bis Mitte September 2016: Hartberg – Stadtmuseum

Marokko: Der geheime Schatz des Atlas Gebirges (Video)

Marokko: Der geheime Schatz des Atlas Gebirges

Der wahre Schatz des  Atlasgebirges liegt in der Hand von rund 2000 Frauen. Diese Weberinnen  knüpfen so etwas wie Teppich-Couture. Hilfe zur Selbsthilfe, unterstützt von einem österreichischen Teppichwissenschaftler und Professor. Er unternimmt mehrere Reisen im Jahr nach Marokko, wo er Selbsthilfeprojekte unterstützt. Es handelt sich dabei aber nicht um Entwicklungshilfe, sondern um „faire“ Geschäfte mit neun Dörfern des Berberstammes der Ait Khouzema. Ihre Einwohnerinnen beherrschen auch heute noch diese traditionelle Art der Wollaufbereitung. Naturfarben und Muster sorgen für Teppiche von Wert und sichern den Knüpferinnen ein Zusatzeinkommen zur Landwirtschaft.
Moderation: Christoph Takacs